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RATGEBER

Dynamische Preise für Ferienwohnungen

Zwei Preise übers Jahr lassen an beiden Enden Geld liegen. In der Spitze zu billig, in der Flaute zu teuer, dazwischen passiert nichts.

Alpine Landschaft im Herbst, Sinnbild für die Saisonabhängigkeit der Nachfrage

Die meisten Ferienwohnungen laufen mit zwei Preisen: Hauptsaison und Rest. Das ist einfach zu pflegen und lässt an beiden Enden Geld liegen. In der Spitze zu billig, in der Flaute zu teuer, und dazwischen passiert nichts.

Dynamische Preise sind nichts Geheimnisvolles. Sie bedeuten: Der Preis einer Nacht richtet sich danach, wie stark die Nachfrage für genau diese Nacht gerade ist. Dieser Beitrag erklärt, woran sich das bemisst, wann sich der Aufwand lohnt und wo die Methode an Grenzen stößt.

Woran sich der Preis ausrichtet

Wochentag. Freitag und Samstag tragen in fast jeder Lage einen höheren Preis als Dienstag. Wer durchgehend denselben Satz nimmt, verschenkt am Wochenende und schreckt unter der Woche ab.

Saison und Ferienkalender. Nicht nur die eigenen Landesferien, sondern auch die der Herkunftsregionen Ihrer Gäste. Brückentage und Feiertage gehören dazu.

Veranstaltungen. Messen, Festivals, Volksfeste, große Sportereignisse im Umkreis. Das ist der Hebel mit der größten Einzelwirkung und derjenige, den Eigentümer am häufigsten übersehen, weil er Recherche verlangt.

Vorlaufzeit. Eine Nacht in acht Monaten ist etwas anderes als eine Nacht in vier Tagen. Weit im Voraus lohnt ein fester, eher höherer Preis. Je näher der Termin rückt und je leerer der Kalender bleibt, desto eher ist ein Nachlass besser als eine leere Nacht.

Die eigene Belegung. Ein fast volles Wochenende verträgt einen höheren Preis für die letzte freie Nacht. Ein leerer Monat braucht das Gegenteil.

Lückenfüller. Zwei Buchungen mit drei freien Nächten dazwischen verkaufen sich nur, wenn Preis und Mindestaufenthalt zu dieser Lücke passen. Wer einen starren Mindestaufenthalt von fünf Nächten führt, lässt solche Lücken leer stehen.

Der Mindestaufenthalt ist der zweite Hebel

Über ihn wird selten gesprochen, dabei wirkt er oft stärker als der Preis. In der Hauptsaison schützt ein längerer Mindestaufenthalt vor Einzelnächten, die den Kalender zerstückeln. In der Nebensaison kostet derselbe Mindestaufenthalt Buchungen, die sonst zustande kämen.

Die Steuerung besteht deshalb aus beidem: Preis und Mindestaufenthalt, täglich aufeinander abgestimmt. Wer nur am Preis dreht, arbeitet mit einer Hand.

Wann sich der Aufwand rechnet

Dynamische Preise sind kein Selbstzweck. Sie lohnen sich dort, wo die Nachfrage tatsächlich schwankt:

Ehrlich gesagt gehört zur Antwort auch: Der Aufwand ist der eigentliche Grund, warum viele Eigentümer bei zwei Preisen bleiben. Tägliche Steuerung über mehrere Portale lässt sich nebenbei nicht sinnvoll führen.

Vorsicht bei automatischen Werkzeugen ohne Kontrolle. Sie kennen Ihre Wohnung nicht und reagieren auf Muster, nicht auf Gründe. Ein Preisvorschlag, der eine Woche vor dem örtlichen Volksfest nach unten geht, ist kein Zufall, sondern eine Lücke im Modell.

Was Sie selbst tun können

Auch ohne tägliche Steuerung lassen sich die größten Lücken schließen:

Wie viel Zeit die laufende Steuerung tatsächlich kostet, steht im Beitrag selbst vermieten oder verwalten lassen. Die Preispflege ist dort der Block, der am häufigsten vernachlässigt wird und dadurch am meisten kostet, ohne dass man es merkt.

Häufige Fragen

Schreckt ein schwankender Preis Gäste ab?

In der Kurzzeitvermietung ist es der Normalfall, Gäste kennen es von Hotels und Flügen. Problematisch wird es nur, wenn derselbe Zeitraum innerhalb weniger Tage stark hin und her springt oder wenn Stammgäste deutlich mehr zahlen als Neukunden.

Wie oft sollte man anpassen?

Für die Nachfragesteuerung ist täglich sinnvoll, weil sich Belegung und Vorlaufzeit täglich ändern. Wer das nicht leisten kann, erreicht mit einer gut gemachten saisonalen Staffel plus Wochenendzuschlag schon einen großen Teil der Wirkung.

Was ist mit den Reinigungsgebühren?

Die Reinigungspauschale wirkt bei kurzen Aufenthalten stark auf den Gesamtpreis und macht Einzelnächte unattraktiv. Wer viele kurze Aufenthalte will, sollte sie niedrig halten und den Nachtpreis anheben, statt umgekehrt.

Gilt das auch über mehrere Portale hinweg?

Ja, und dort wird es anspruchsvoll: Preise, Mindestaufenthalt und Kalender müssen überall zusammenpassen, sonst entstehen Doppelbelegungen oder Preisunterschiede, die Gäste bemerken. Das ist der Grund, warum die Steuerung an einer Stelle zusammenlaufen sollte. Genau das machen wir im Co-Hosting. Wie sich mehrere Saisonen in einer Region überlagern, zeigt das Beispiel Bayerischer Wald.

DER ERSTE SCHRITT IST EIN GESPRÄCH

Wo liegt bei Ihnen Geld?

Sagen Sie uns, wo die Wohnung liegt und wie sie derzeit bepreist ist. Wir schauen uns Saison, Wochentage und Veranstaltungen an und sagen Ihnen, wo die größten Lücken sind.

Objekt besprechen Oder rufen Sie uns an: +49 151 56289700